„Kochen für Afrika“: Kinder helfen Kindern

Unter dem Motto „Kochen für Afrika“ stand am Mittwoch den 05. Oktober 2011 das Projekt der Drittklässler in der Grundschule Mammolshain.

Ausgelöst durch die anhaltende Berichterstattung über die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika und die anschließende Beschäftigung mit dem Thema im Klassenverband wurde den Kindern allmählich deutlich, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, jeden Tag etwas zu essen zu haben und sie deshalb helfen wollten.

So erwuchs auch die Idee von „Kochen für Afrika“, die darin besteht, sich selbst die Arbeit zu machen, für die ganze Schule zu kochen und damit Geld zu sammeln, damit auch die Kinder in Kenia und Somalia etwas zu essen bekommen können.

Unter Anleitung der Klassenlehrerin, Frau Michler, und der tätigen Mithilfe der Elternschaft ging es zügig an die Planung. Zunächst wurden Unterstützer angeworben: Dirk Fuchs vom Restaurant „Zu den Füchsen“ half mit verschiedenen Menüempfehlungen und erklärte sich weiterhin bereit, bei der Logistik zu unterstützen. Der traditionell in allen Belangen der Kinderförderung in Mammolshain stark engagierte Bienenkorb e.V. sicherte das Mittagessen finanziell ab.

Neben den üblichen 25 bis 30 Kindern, die täglich in dem der Grundschule angegliederten Betreuungszentrum verpflegt werden, konnten sich für diesen Projekttag auch weitere Verwandte wie Geschwister, Eltern oder Großeltern für ein Essen anmelden. Auf diese Weise kamen schließlich stolze 97 Anmeldungen zusammen, also beinahe das Vierfache der üblichen Zahl.

Es wurde eine Speisenfolge festgelegt, die eine große Beteiligung der Kinder bei der Zubereitung ermöglichte: Klare Brühe mit Buchstabennudeln, Kartoffelpuffer und Apfelkompott. Für den Nachtisch wurde am Vortag mit Hilfe des Obst- und Gartenbauvereins ein ganzer Baum „Goldparmäne“ von den Kindern selbst abgeerntet. Auch bei der Getränkeversorgung sprang der OGV später mit frischem Süßen ein.

Am Mittwoch selbst wurden dann 50kg Kartoffeln nebst 10kg Zwiebeln geschält und gerieben und im Anschluss unter Zugabe von 80 Eiern zu Kartoffelpuffern verarbeitet. Parallel dazu wurde die Aula der Grundschule in einen Speisesaal verwandelt. Pünktlich um 13.30 Uhr wurde serviert, gegen 15.30 Uhr fand der Projekttag ein Ende.

Für den reibungslosen Ablauf geht besonderer Dank an Frau Renn und ihr unermüdliches Wirken hinter den Kulissen, die Betreuungsmütter, die während des ganzen Trubels die Regelbetreuung aufrecht erhalten haben, die Schulleitung und das Lehrerkollegium (allen voran natürlich Klassenlehrerin Michler), die an der Mammolshainer Grundschule ein Klima schaffen, in dem solches Engagement gelingen kann. Ebenfalls herzlicher Dank gebührt allen Eltern, die in Vorbereitung und Durchführung eingebunden waren und natürlich auch den Essensgästen sowie den Spendern, die dazu beigetragen haben, dass die Frankfurter Hilfsorganisation „Cargo Human Care“ einen Scheck über 579,05 Euro für die Hungerhilfe in Afrika erhalten kann. (kw)

Erschienen in der Königsteiner Woche v. 13.10.2011

Erschienen in der Taunuszeitung v. 11.10.2011 unter dem Titel „Gegen den Hunger: Kinder „kochen für Afrika“

Punktlandung für den guten Zweck

Mammolshain. Vier goldene Steifen am Ärmel, die ausgebreiteten Schwingen an der Brust und ganz in die dunkelblaue Uniform der Lufthansa gehüllt macht Flugkapitän Fokko Doyen schon ganz schön was her. Entsprechend gebannt und aufmerksam lauschten die Kinder der 3. Klasse der Mammolshainer Grundschule, als der MD-11-Flottenchef der Lufthansa Cargo dieser Tage einen kurzen „Zwischenstopp“ im Königsteiner Stadtteil eingelegt hatte.

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hilfsprojekts „Cargo Human Care“ war Doyen in der Grundschule gelandet, um den 16 Mädchen und Jungen persönlich dafür zu danken, dass sie über 570 Euro aufgebracht hatten, um damit notleidende Kinder in Kenia zu unterstützen.

„Nachdem die Kinder über eine Mutter, die ‚Lufthanseatin‘ ist, auf die Arbeit von „Cargo Human Care“ aufmerksam gemacht wurden, hatten sie den Gedanken, auch etwas für ihre Altersgenossen in Afrika tun zu wollen“, blickt Klassenlehrerin Nadine Michler auf den Beginn der Aktion zurück. Letztlich hätten sich die zwölf Jungs und vier Mädchen dafür entschieden, die Schulgemeinde zu bekochen und so Geld für die gute Sache einzuspielen. Michler: „Die Kinder waren sehr fleißig, hatten – unterstützt von einigen Eltern – Kartoffelpuffer mit Apfelmus vorbereitet.“ Und das kam offensichtlich gut an. 100 Eltern, Verwandte sowie Mitschüler nahmen letztlich das Angebot zum Mittagessen an und ließen es sich schmecken.

Nachdem letztlich auch noch der Förderverein der Schule einen Zuschuss beigesteuert hatte, kamen am Ende 579 Euro zusammen, die die Kinder stolz an Flugkapitän Fokko Doyen weitergaben. Der bedankte sich nicht nur bei den Kindern der 3. Klasse, sondern zeigte ihnen auch an einigen Beispielen, was mit ihrem Geld passiert.

Aktuell betreut „Cargo Human Care“ drei Hilfsprojekte im ländlichen Umfeld der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Da gibt es das „SOS Medical Centre“ in Buru Buru, das sich der nicht selten HIV infizierten Familien aus den umliegenden Slums annimmt, und vor allem das Kinderheim „Mothers Mercy Home“ in Kianjogu. Hier wie auch im angeschlossenen Medical Centre, werden derzeit 99 Waisenkinder betreut. Demnächst soll die Zahl auf 128 erhöht werden.

Ziel der Einrichtung und auch von „Cargo Human Care“ ist, den Kindern über Schulbildung bessere Zukunftsaussichten zu eröffnen. Darüber hinaus nimmt das medizinische Engagement breiten Raum in der Vereinsarbeit ein. Der Verein fliegt unentgeltlich deutsche Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen und deren medizinisches Gerät nach Kenia, um damit die ehrenamtliche Arbeit der Mediziner am Ort zu unterstützen. tz

Dieser Artikel ist in der Silvester-Ausgabe (2011) der Taunuszeitung erschienen.

Das Lesen ist das größte Abenteuer

Mammolshain. Wie sehr sich diese Aussage von Astrid Lindgren mit der Ideologie der Carls Stiftung deckt, konnten vor kurzem 25 Kinder in der Schulbücherei Mammolshain feststellen. Insgesamt 177 neue Titel finanzierte die Carls Stiftung für die Schulbücherei, angefangen von Hexe Lillis Sachwissen über Ritter Rost bis zum magischen Baumhaus, allerlei Lustiges, Märchenhaftes, Wissensförderndes und spannendes Lesematerial.

Seit 2005 gibt es eine Elterninitiative in der Grundschule, unterstützt durch den Schulleiter Henneberg, die in regelmäßigen Zeiten ihren freiwilligen „Büchereidienst“ absolviert, damit sich die Kinder Bücher ausleihen können und zum Lesen animiert werden. Alle neu angeschafften Titel wurden nach vielen Kinderwünschen ausgesucht, und haben trotz ihres Bildungspotenzials nichts mit der eigentlichen Schulliteratur zu tun.

Ganz nebenbei werden Erstklässler zu einem Quiz durch die Welt der Bücher eingeladen und erfahren spannende Momente, wenn vorgelesen wird. Durch Erstleser- und Sachbücher werden so auch der ein oder andere „Lesemuffel“ eingefangen, mit einem speziellen Programm namens „Antolin“ können Kinder sogar Verständnisfragen zu dem Gelesenen beantworten und Punkte sammeln, eine sinnvolle Verbindung von PC und Buch. Lesen bereichert die Fantasie und den Wortschatz, bietet Gesprächsstoff und Freude am ERzähllen und ist nach wie vor eine der wichtigsten zu fördernden Schlüsselqualifikationen.

Groß war die Freude, als Ursula Carls einen 1.000-Euro-Scheck von der Carls Stiftung an die Vertreter der Elterninitiative übergab.

Erschienen in der Königsteiner Woche vom 20. Dezember 2011

Kinder helfen anderen Kindern, denen es schlecht geht

Grundschüler in Mammolshain haben fleißig gebastelt und ihre Werke auf einem Basar verkauft. Dabei kam so viel Geld zusammen, dass sie jetzt 1000 Euro für krebskranke Kinder spendeten.

Mammolshain. Gute Besserungs-Karten und selbst gemalte Bilder schenkten die Kinder der Grundschule Mammolshain zum Abschied Karin Reinhold-Kranz vom Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“. „Die sind sehr schön, ich werde gleich in die Uniklinik Frankfurt fahren und die Bilder in der Kinderkrebsstation aufhängen“, sagte die Vorsitzende gerührt. Dazu überreichten die Klassensprecher Sophie und Felix aus der vierten Klasse noch einen Scheck über 1000 Euro.

Der Verein unterstützt Familien mit krebskranken Kindern. „Die Ärzte in der Klinik kümmern sich um die medizinische Versorgung, wir unterstützen und beraten die Familien, wie sie am besten mit der Situation umgehen. Viele wissen gar nicht, was es heißt wenn ein Kind an Krebs erkrankt. Es ist nicht nur die schlimme Krankheit, auch das Leben der Eltern und Geschwister wird völlig auf den Kopf gestellt. Für die Geschwister bleibt viel weniger Zeit, oft muss ein Elternteil seinen Beruf aufgeben, um das kranke Kind beispielsweise bei der Chemotherapie intensiv zu begleiten“, erklärt Reinhold-Kranz. Der Verein bestehe seit 32 Jahren und habe mittlerweile rund 1200 Mitglieder.

Der Schulleiter der Mammolshainer Grundschule, Michael Henneberg, ist sehr zufrieden mit dem Projekt. Die Schule unterstütze bereits Kinder in Nepal, erläuterte er. Jede der vier Klassen habe ein Patenkind, für das jährlich 50 Euro überwiesen werden. In einem armen Land wie Nepal sei das sehr viel Geld. Um den Betrag für die Patenkinder aufzubringen und um das soziale Engagement der Grundschüler in Mammolshain wach zu halten, veranstaltet die Schule im Abstand von zwei Jahren einen Basar, für den die Kinder Objekte basteln. Dabei kam genug zusammen, um zusätzlich die Operation eines nepalesischen Mädchens mit schweren Verbrennungen zu bezahlen. Danach war sogar noch Geld übrig. „Wir als Schule haben dann überlegt, ob es in unserer Nähe auch Kinder gibt, die Unterstützung brauchen“, erzählte Henneberg. Eine Lehrerin hatte dann die Idee, krebskranken Kindern zu helfen. So entstand der Kontakt zu Reinhold-Kranz. Um bei den Schülern ein Bewusstsein für Krebs zu wecken, kam sie an die Schule und erzählte kindgerecht und anschaulich über die Krankheit. Laut Henneberg seien alle Kinder sehr neugierig und interessiert gewesen und selbst er habe bei dem Vortrag viel gelernt. Auch Sophie und Felix sind sich einige: „Wir finden das Projekt gut!“.
Von Nora Geis. Erschienen in der Taunuszeitung vom 23.02.2015