Punktlandung für den guten Zweck

Mammolshain. Vier goldene Steifen am Ärmel, die ausgebreiteten Schwingen an der Brust und ganz in die dunkelblaue Uniform der Lufthansa gehüllt macht Flugkapitän Fokko Doyen schon ganz schön was her. Entsprechend gebannt und aufmerksam lauschten die Kinder der 3. Klasse der Mammolshainer Grundschule, als der MD-11-Flottenchef der Lufthansa Cargo dieser Tage einen kurzen „Zwischenstopp“ im Königsteiner Stadtteil eingelegt hatte.

In seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Hilfsprojekts „Cargo Human Care“ war Doyen in der Grundschule gelandet, um den 16 Mädchen und Jungen persönlich dafür zu danken, dass sie über 570 Euro aufgebracht hatten, um damit notleidende Kinder in Kenia zu unterstützen.

„Nachdem die Kinder über eine Mutter, die ‚Lufthanseatin‘ ist, auf die Arbeit von „Cargo Human Care“ aufmerksam gemacht wurden, hatten sie den Gedanken, auch etwas für ihre Altersgenossen in Afrika tun zu wollen“, blickt Klassenlehrerin Nadine Michler auf den Beginn der Aktion zurück. Letztlich hätten sich die zwölf Jungs und vier Mädchen dafür entschieden, die Schulgemeinde zu bekochen und so Geld für die gute Sache einzuspielen. Michler: „Die Kinder waren sehr fleißig, hatten – unterstützt von einigen Eltern – Kartoffelpuffer mit Apfelmus vorbereitet.“ Und das kam offensichtlich gut an. 100 Eltern, Verwandte sowie Mitschüler nahmen letztlich das Angebot zum Mittagessen an und ließen es sich schmecken.

Nachdem letztlich auch noch der Förderverein der Schule einen Zuschuss beigesteuert hatte, kamen am Ende 579 Euro zusammen, die die Kinder stolz an Flugkapitän Fokko Doyen weitergaben. Der bedankte sich nicht nur bei den Kindern der 3. Klasse, sondern zeigte ihnen auch an einigen Beispielen, was mit ihrem Geld passiert.

Aktuell betreut „Cargo Human Care“ drei Hilfsprojekte im ländlichen Umfeld der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Da gibt es das „SOS Medical Centre“ in Buru Buru, das sich der nicht selten HIV infizierten Familien aus den umliegenden Slums annimmt, und vor allem das Kinderheim „Mothers Mercy Home“ in Kianjogu. Hier wie auch im angeschlossenen Medical Centre, werden derzeit 99 Waisenkinder betreut. Demnächst soll die Zahl auf 128 erhöht werden.

Ziel der Einrichtung und auch von „Cargo Human Care“ ist, den Kindern über Schulbildung bessere Zukunftsaussichten zu eröffnen. Darüber hinaus nimmt das medizinische Engagement breiten Raum in der Vereinsarbeit ein. Der Verein fliegt unentgeltlich deutsche Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen und deren medizinisches Gerät nach Kenia, um damit die ehrenamtliche Arbeit der Mediziner am Ort zu unterstützen. tz

Dieser Artikel ist in der Silvester-Ausgabe (2011) der Taunuszeitung erschienen.

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