Kinder helfen anderen Kindern, denen es schlecht geht

Grundschüler in Mammolshain haben fleißig gebastelt und ihre Werke auf einem Basar verkauft. Dabei kam so viel Geld zusammen, dass sie jetzt 1000 Euro für krebskranke Kinder spendeten.

Mammolshain. Gute Besserungs-Karten und selbst gemalte Bilder schenkten die Kinder der Grundschule Mammolshain zum Abschied Karin Reinhold-Kranz vom Verein „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“. „Die sind sehr schön, ich werde gleich in die Uniklinik Frankfurt fahren und die Bilder in der Kinderkrebsstation aufhängen“, sagte die Vorsitzende gerührt. Dazu überreichten die Klassensprecher Sophie und Felix aus der vierten Klasse noch einen Scheck über 1000 Euro.

Der Verein unterstützt Familien mit krebskranken Kindern. „Die Ärzte in der Klinik kümmern sich um die medizinische Versorgung, wir unterstützen und beraten die Familien, wie sie am besten mit der Situation umgehen. Viele wissen gar nicht, was es heißt wenn ein Kind an Krebs erkrankt. Es ist nicht nur die schlimme Krankheit, auch das Leben der Eltern und Geschwister wird völlig auf den Kopf gestellt. Für die Geschwister bleibt viel weniger Zeit, oft muss ein Elternteil seinen Beruf aufgeben, um das kranke Kind beispielsweise bei der Chemotherapie intensiv zu begleiten“, erklärt Reinhold-Kranz. Der Verein bestehe seit 32 Jahren und habe mittlerweile rund 1200 Mitglieder.

Der Schulleiter der Mammolshainer Grundschule, Michael Henneberg, ist sehr zufrieden mit dem Projekt. Die Schule unterstütze bereits Kinder in Nepal, erläuterte er. Jede der vier Klassen habe ein Patenkind, für das jährlich 50 Euro überwiesen werden. In einem armen Land wie Nepal sei das sehr viel Geld. Um den Betrag für die Patenkinder aufzubringen und um das soziale Engagement der Grundschüler in Mammolshain wach zu halten, veranstaltet die Schule im Abstand von zwei Jahren einen Basar, für den die Kinder Objekte basteln. Dabei kam genug zusammen, um zusätzlich die Operation eines nepalesischen Mädchens mit schweren Verbrennungen zu bezahlen. Danach war sogar noch Geld übrig. „Wir als Schule haben dann überlegt, ob es in unserer Nähe auch Kinder gibt, die Unterstützung brauchen“, erzählte Henneberg. Eine Lehrerin hatte dann die Idee, krebskranken Kindern zu helfen. So entstand der Kontakt zu Reinhold-Kranz. Um bei den Schülern ein Bewusstsein für Krebs zu wecken, kam sie an die Schule und erzählte kindgerecht und anschaulich über die Krankheit. Laut Henneberg seien alle Kinder sehr neugierig und interessiert gewesen und selbst er habe bei dem Vortrag viel gelernt. Auch Sophie und Felix sind sich einige: „Wir finden das Projekt gut!“.
Von Nora Geis. Erschienen in der Taunuszeitung vom 23.02.2015

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